Weniger arbeiten, mehr verdienen – eine Frage der Effizienz

Kürzlich machte die Bielefelder Kommunikationsagentur „Rheingans Digital Enabler“ von deutschlandweit von sich Reden, weil sie den Arbeitstag ihrer Mitarbeiter von acht auf fünf Stunden verkürzte – und das bei gleicher Bezahlung. Auch der US-amerikanische Paddleboard-Hersteller „Tower“ setzt auf dieses Konzept. Und bei Microsoft beispielsweise gibt es gar keine Arbeitszeiten mehr. Jeder arbeitet, wann und wo er möchte. Auch wie viel Angestellten arbeiten, ist zweitrangig. Das Ergebnis ist es, das zählt. Während einige mit fünf Stunden auskommen, brauche andere vielleicht acht oder mehr Stunden, um das gleiche Resultat zu erzielen. Den Unterschied macht die Effizenz. Und um genau die ist es in deutschen Unternehmen vielerorts nicht gut bestellt.

Tägliche Suche kostet bis zu zwei Stunden Zeit

Laut einer aktuellen Studie des Dokumentenmanagement-Anbieters Kyocera verbringen Büroarbeiter hierzulande täglich bis zu zwei Stunden mit der Suche nach relevanten Informationen – und vergeuden damit wertvolle Zeit und bares Geld. Würden Unternehmen im Zuge eines Wissensmanagement-Projekts ihre Daten intelligent vernetzen und wieder auffindbar machen, könnten sie ihre Mitarbeiter zwei Stunden früher nach Hause schicken. Bei gleichem Ergebnis, aber mit deutlich höherer Zufriedenheit und gesteigerter Motivation.

Meeting- und Kommunikationskultur als Zeitfresser

Doch die Enterprise Search ist nur eine, wenn auch sehr wichtige, Stellschraube auf dem Weg zur mehr Effizienz. Wirft man einen Blick auf die weit verbreitete Meetingkultur oder das Kommunikationsverhalten, finden sich schnell weitere Optimierungspotenziale. Wer diverse Jour Fixes, Team- und Projektbesprechungen auf ein sinnvolles Maß reduziert, die Treffen ergebnisorientiert gestaltet und zeitlich begrenzt, dem bleibt mehr Raum für seine eigentliche Arbeit. Das gilt auch für Unternehmen, die ihre Kommunikation zielgerichtet führen. Das bedeutet zum Beispiel Chats und Instant Messaging zur schnellen Abstimmung – statt Einbahnstraßen-Kommunikation via E-Mail mit meterlangen Cc-Listen.

Fehlendes Wissensmanagement führt zum Nachsitzen

Und schon ist wieder Zeit gespart – und der Fünf-Stunden-Tag gar nicht mehr so abwegig und utopisch wie auf den ersten Blick gedacht. Wissensmanagement macht hier den entscheidenden Unterschied. Denn nur wer alle erforderlichen Daten stets in ihrer aktuellsten Version verfügbar hat, der kann sich auf sein Kerngeschäft fokussieren und effizient zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen. Ohne wissensfokussierte Strategie gehen auf dem Weg dahin wertvolle Stunden verloren. Auch die Motivation bleibt auf der Strecke. Bisher haben das alle Beteiligten billigend in Kauf genommen. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Und im War for Talents haben die Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt mittlerweile nahezu freie Auswahl. Wer sein Personal auch künftig halten möchte, der sollte die Konkurrenz auch in Sachen Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität nicht an sich vorbeiziehen lassen.

Bildquelle: (C) Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

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