Künstliche Intelligenz: Geht uns die Arbeit aus?

Rund um den 1. Mai ist sie wieder aufgekommen: die Diskussion um die Zukunft der Arbeit. Die Angst geht um, dass Roboter uns unseren Broterwerb streitig machen könnten. Es stellt sich also die Frage: Werden wir schon bald überflüssig?

Mensch vs. Roboter

Spätestens seit der Oxford-Studie „The Future of Emloyment: How Susceptible are Jobs to Computerization?“ im Jahr 2013 stehen etwa 700 Berufe im Raum, die durch die Entwicklungen auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz potenziell bedroht sind. In der Medizin fungieren Roboter schon seit Längerem als anerkannte Assistenten ihrer menschlichen Kollegen. In der Produktion übernehmen smarte Maschinen die Feinarbeit. Beim Transport stehen Drohnen kurz vor dem Durchbruch. Und in der Personenbeförderung gibt es bereits selbstfahrende Shuttle-Busse. Werden damit Ärzte, Mitarbeiter in der Fertigung, Postzusteller und Berufskraftfahrer damit bald aus ihren Jobs gedrängt?

„Deutschland geht nun wirklich nicht die Arbeit aus“

Natürlich wird sich die Gesellschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wandeln. Vor allem Routinetätigkeiten lassen sich automatisieren und an intelligente Maschinen delegieren. Arbeitslos wird in Folge dessen aber niemand. „Deutschland geht nun wirklich nicht die Arbeit aus“, versprach erst kürzlich der DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Im Gegenteil! Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen müssen, zum Beispiel im Handwerk, derzeit in Anbetracht der positiven wirtschaftlichen Situation und der daraus resultierenden guten Auftragslage, immer wieder Absagen erteilen. An ihre Kunden. Weil ihnen schlicht und einfach das erforderliche Fachpersonal fehlt.

Mit KI gegen den Fachkräftemangel

Dieser Trend wird sich angesichts des demografischen Wandels in naher Zukunft weiter zuspitzen. Während jedoch ein ungedecktes Hausdach – um beim Handwerk zu bleiben – zwar ärgerlich ist, aber nicht lebensbedrohend, sieht es in der Pflege ganz anders aus. Finden sich hier nicht in Kürze tausende Mitarbeiter, was eher unwahrscheinlich ist, droht ein Pflegenotstand. Die Folgen in einer immer älter werdenden Gesellschaft sind gar nicht auszudenken.
An dieser Stelle zeigt sich, dass die Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz genau zum richtigen Zeitpunkt kommen. Sie können den Fachkräftemangel – in Folge des demografischen Wandels – abfedern. Und zwar ohne, dem menschlichen Personal etwas Eklatantes wegzunehmen. So kann künstliche Intelligenz entlasten – sowohl von körperlich schwerer Arbeit als auch von ermüdenden Routinetätigkeiten. Smarte Maschinen und intelligente Software können Entscheidungsgrundlagen bieten. Sie liefern folglich die Vorarbeit, damit der „Kollege Mensch“ dann sofort mit der wertschöpfenden Tätigkeit beginnen kann – statt mit dem Suchen, Auswerten und Aufbereiten von Informationen wertvolle Zeit zu verlieren.

Eine Frage des Blickwinkels

In diesem Sinne sollten die KI-Fortschritte auch im beruflichen Umfeld nicht nur kritisch hinterfragt werden. Vielmehr bedarf es einer Auseinandersetzung mit den positiven Effekten, die daraus für Unternehmen und jeden Einzelnen resultieren können.

Bildquelle: (C) lichtkunst.73 / pixelio.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.