Logistik 4.0: Die Digitalisierung der letzten Meile

Einkaufen war nie so einfach wie heute. Orts- und zeitunabhängig – egal ob zu Hause auf dem Sofa, unterwegs in der U-Bahn oder zwischendurch im Büro: Mit nur wenigen Klicks sind die gewünschten Produkte gefunden, in den Einkaufswagen verschoben und gekauft. Die Lieferung erfolgt fast genauso schnell. Eine Zustellung am nächsten Tag gilt dank Amazon mittlerweile als Standard. Dank Digitalisierung lassen sich die Warenwege in Echtzeit mitverfolgen. Das bedeutet hoher Druck für alle an der Supply Chain Beteiligten. Und maximale Zufriedenheit für die Kunden? Nicht ganz: Der Teufel steckt wie so oft im Detail oder besser gesagt: in der letzten Meile. Doch auch diese Herausforderung soll dank digitaler Ansätze schon bald smart gelöst werden.

Unzufriedenheit entsteht auf der letzten Meile

Zeitverzögerungen, Beschädigungen oder Probleme beim Tracking – laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Managementberatung PricewaterhouseCoopers ist jeder dritte Konsument unzufrieden mit den Services auf der letzten Meile. Auch Paketshops, Packstationen und der Amazon-eigene Zustelldienst haben das Problem bisher nicht lösen können. Stattdessen befinden sich immer mehr Pakete auf den Ladeflächen einer stetig wachsenden Zahl an Zustellfahrzeugen. Nicht selten geben sich die Mitarbeiter von DHL, dpd, UPS, GLS, Hermes, Amazon & Co. die Klinke in die Hand oder stehen Stoßstange an Stoßstange im alltäglichen Berufsverkehr. Innovative Ansätze sollen das Dilemma künftig ändern.

Zustellung per Roboter und Drohne

Der Umwelt zuliebe wollen Zustelldienste künftig auf Elektroautos setzen. Auch autonome Fahrzeuge sind im Gespräch. Das Problem: Sie stecken ebenso im Verkehr fest wie ihre dieselbetriebenen Kollegen. Also gilt vor allem: weg von der Straße! Und rauf auf den Fußweg? Roboter könnten hier die letzten Meter bis zum Kunden per pedes zurücklegen. Alternativ steht auch der Luftraum noch zur Verfügung: Drohnen und Quadrokopter sind längst in der Erprobung. Hamburg gilt hier als Modellregion. Aber noch fehlen regulatorische Vorgaben und rechtliche Rahmenbedingungen.

Rohrpost in Asien und England

Einen ganz anderen Weg wählen einige asiatische Länder und England: Sie wollen Pakete künftig unterirdisch zustellen. Parallel zur U-Bahn und zum Kanalsystem soll es Pakettunnel geben, in denen Waren über ein Magnetfeld transportiert werden.

Im Zwiegespräch mit dem Einkaufsprozess

Ob unter- oder überirdisch, auf vier Rädern oder mit Rotoren – die Paketzustellung muss sich neu erfinden. Dem Verbraucher ist es im Endeffekt egal, auf welchem Weg seine Ware zu ihm findet. Hauptsache, sie kommt pünktlich und unbeschädigt an. Um diese Qualitätsmerkmale sicherzustellen, soll das bisherige Echtzeittracking künftig um eine Sprachschnittstelle ergänzt werden. So lässt sich der Lieferweg nicht nur passiv überwachen, sondern auch aktiv beeinflussen. Möglich machen das Chatbots. Als fester Bestandteil von smarten Logistikketten werden sie künftig zum Mittler zwischen Konsumenten auf der einen und Anbietern sowie Zustellern auf der anderen Seite.

Bildquelle: Gerd Altmann auf Pixabay 

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